Akteure aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Religion beleuchten Implikationen von Einsamkeit
Am Montag, dem 17. November 2025, öffnete die Britische Botschaft in Berlin ihre Türen für eine zutiefst bereichernde Diskussion über die drängende Frage der Einsamkeit. Auf Einladung des stellvertretenden Botschafters und des Büros für Außenbeziehungen der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland kamen vielfältige gesellschaftliche Akteure aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft sowie Vertreter religiöser Gemeinschaften zusammen. Gemeinsam mit Richard Gettings von der Sheffield Hallam University diskutierten die Teilnehmenden, wie Verbindung und Gemeinschaft geschaffen werden können – Schlüssel zur Überwindung von Einsamkeit.
Das gemeinsame Gespräch beleuchtete die enge Verbindung zwischen institutionellem politischen und lokalem Handeln an den Graswurzeln und stellte die Frage in den Raum, wie die Hauptakteure der Gesellschaft – Individuum, Gemeinschaft und Institutionen – konstruktiv und gemeinsam für gesellschaftlichen Fortschritt wirken können. In diesem Kontext wurde Vertrauen als zentrale Grundlage aller Beziehungen innerhalb der Gesellschaft herausgestellt. Betont wurde auch die besondere Bedeutung der Qualität dieser Beziehungen, die für eine Gesellschaft, in der sich immer weniger Menschen einsam fühlen, notwendig ist.
Die anwesenden Akteure diskutierten auch die gesellschaftsbildende Kraft von Religion. Sie beschrieben, dass Religion mehr sei als eine bloße Aneinanderreihung von Glaubenssätzen; vielmehr sei sie als Mittel zu verstehen, das Zusammenhalt, Orientierung, Zugehörigkeit sowie eine gemeinsame Vision auf Basis eines geteilten Wertesystems bietet. Darüber hinaus wurde Religion als Quelle von Wissen und Erfahrungen beschrieben, auf die alle Mitglieder der Gesellschaft zugreifen können. Ähnlich wie man kein Wissenschaftler sein muss, um von den Erkenntnissen der Wissenschaft zu profitieren, muss man sich nicht als religiös verstehen, um von den tiefgreifenden Einsichten zu Gemeinschaft und menschlicher Natur zu profitieren, die diese Quelle bietet.
Der Abend ist Teil eines fortlaufenden, deutschlandweiten Diskurses über Einsamkeit und die Entwicklung kollektiver Fähigkeiten, die das Entstehen von Gemeinschaft fördern. Als Veranstalter dieser Gesprächsreihe verstehen wir diesen Abend als ersten Auftakt, bei dem Akteure aus unterschiedlichsten Bereichen konstruktiv über die Auswirkungen von Einsamkeit sprechen und über Einsamkeit als Indikator für Defizite in jenen essentiellen Beziehungen, die die Gesellschaft formen, reflektieren. Organisationen, Akteure der Zivilgesellschaft und Institutionen, die sich an diesen Gesprächen beteiligen möchten, sind herzlich eingeladen, das Büro für Außenbeziehungen der Bahá'í-Gemeinde in Deutschland über bfa@bahai.de zu kontaktieren.